Die Tage werden wärmer und der Körper versucht seinen Temperaturausgleich durch Schwitzen zu stabilisieren.
In der Regel dient das Schwitzen der Wärmeabgabe und ist somit eine natürliche Körperfunktion.
Der Mensch besitzt ca. 2 Millionen Schweißdrüsen. Die Schweißausscheidung wird durch ein Teil unseres Nervensystems, das sog. vegetative Nervensystem gesteuert. Bei manchen Menschen (ca. 1 % der Bevölkerung) arbeitet dieses System auf einem zu hohen Niveau. Diese Störung wird als Hyperhidrose (lat. Hyperhydrosis) bezeichnet.
Das übermäßige Schwitzen belastet die meisten Betroffenen sehr stark, was unter Umständen zu Unwohlsein und sozialen Problemen führen kann. Eine Hyperhidrose lässt sich je nach Art und Ursache durch verschiedene Methoden korrigieren. Eine mögliche Behandlungsmethode ist die Injektion von Botulinumtoxin Typ A.
Die Hyperhidrose beginnt im allgemeinen in der Pubertät und hält in der Regel das ganze Leben lang an. Sie tritt vielfach familiär gehäuft auf. Geringfügige körperliche Anstrengung, aber auch Nervosität und Aufregung sind oft auslösende Faktoren, nicht jedoch die Ursache. Bei diesen Formen des übermäßiges Schwitzens sprechen wir von der primären Hyperhidrose. d.h. die eigentliche Ursache ist nicht bekannt.
Es gibt auch eine sekundäre Hyperhidrose, d. h. wenn das übermäßige Schwitzen infolge einer anderen Erkrankung auftritt, z. B. Schilddrüsenüberfunktion oder anderen Veränderungen des Hormonhaushaltes., neurologische Erkrankungen, Infektionen, Bluthochdruck oder medikamentös bedingt bei Einnahme von z. B. Hormonen.
Bei milden Formen der Hyperhidrose helfen oft einfache Maßnahmen: leichtere Kleidung, Meiden von Kaffee und Alkohol, regelmäßige Entspannungsübungen. Bei sekundärer Hyperhidrose sollte die Grunderkrankung behandelt werden.
Bei der primären Hyperhidrose wird zwischen nicht operativen und operativen Verfahren unterschieden. Eine nicht operative Behandlungsmethode ist die Injektion von Botulinumtoxin A. Gegenüber den operativen Verfahren hat die Behandlung mit Botulinumtoxin A den Vorteil, dass es kein Operationsrisiko in sich birgt, zu keiner Narbenbildung führt und voll rückbildbar ist. Außerdem kommt es zu keinem ausgeprägten kompensatorischen Schwitzen an anderen Körperstellen, wie es nach Operationen häufig beobachtet werden kann.
Wie wirkt Botulinumtoxin A?
Klinische Studien haben gezeigt, dass die Schweißproduktion durch eine Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin A innerhalb weniger Tage erheblich vermindert wird und damit eine objektiv und subjektiv meßbar verbesserte Lebensqualität erreicht werden kann.
Botulinumtoxin A hemmt die Überleitung bestimmter Nervenimpulse. Es wird ganz oberflächlich in die Haut gespritzt, gelangt zu den dort sitzenden Schweißdrüsen und verhindert gezielt das Absondern von Schweiß. Je nach Dosierung wird die Schweißproduktion blockiert oder nur eingeschränkt. Da aber nur eine kleine Region des Körpers behandelt wird, z. B. die Achselhöhlen oder die Stirn, ist der Betroffene weiterhin in der Lage zu schwitzen und so die eigene Körpertemperatur konstant zu halten. Andere Nervenfunktionen wie das Fühlen oder Tasten durch die Haut werden nicht beeinflusst.
Botulinumtoxin A eignet sich insbesondere für die Behandlung von übermäßigem Schwitzen auf der Stirn, in den Achseln, an den Händen und Füßen. Die Injektion sollte bei bestimmten Vorerkrankungen (Muskel- und Nervenerkrankungen) oder bei bestimmten Virusinfektion, z. B. Herpes nicht durchgeführt werden. In Schwangerschaft und Stillzeit wird es ebenfalls nicht verabreicht.
Die Kosten für eine Behandlung sind abhängig von der benötigen Menge, d. h. bei der Behandlung eines männlichen Patienten wird eine größere Menge benötigt als bei der Behandlung eines weiblichen Patienten. Die Kosten liegen zwischen 300 und 400 Euro pro Behandlung.
Die Wirkdauer ist sehr unterschiedlich. Im Allgemeinen beträgt sie zwischen 4 und 9 Monaten. Mit jeder weiteren Behandlung verlängert sich die Wirkdauer.
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Facharztpraxis Dr. med. Abel
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