Bonn/Genf – Der Hybridantrieb ist nicht auf dem Eroberungsfeldzug. Dies ist eine erste Botschaft vom Genfer Autosalon http://www.salon-auto.ch, einer der größten Automobilmessen der Welt. Der Hybridantrieb sei zwar auf dem Weg nach Europa, schreibt FAZ-Autor http://www.faz.net Wolfgang Peters: „Doch niemand weiß, ob die Hybridtechnik die richtige und deshalb wirtschaftlich vernünftige ist. Große Versprechungen macht deshalb niemand.“ Die Fortschritte in der Hybridtechnik seien alle von den Fortschritten in der Elektronik abhängig. Denn von der elektronischen Steuerung hänge es ab, ob sich ein oder mehrere Elektromotoren, ein Verbrennungsaggregat und das Getriebe zusammen zu einer einzigen Antriebseinheit verdichten ließen.
Peters hält einige technische Fragen für noch nicht beantwortet. So gehöre zum Hybridauto auch ein Teil, das gegenwärtig als seine Achillesferse gelte: Ein Batteriesatz müsse die elektrische Energie speichern, die zum Füttern des Elektromotors nötig sei: „Wie ausdauernd, wie anfällig ist diese Energiepackung? Und wie teuer ist ihr Ersatz? Wie wird ihre Verschrottung umweltfreundlich und erschwinglich veranstaltet? Wie sieht die gesamte Umweltbilanz eines solchen Autos aus? Schließlich: Wer kann, wer will sich ein solches Auto leisten? Solche Fragen können derzeit weder die Autohersteller noch deren Kritiker eindeutig beantworten.“
Für eine sachlichere und nüchternere Debatte über den Hybrid hatten sich zuletzt auch Vertreter der Automobilindustrie sowie Branchenkenner ausgesprochen. VW-Chef http://www.volkswagen.de Martin Winterkorn hatte im Gespräch mit einem Nachrichtenmagazin darauf hingewiesen, dass in Deutschland im Gegensatz zu Italien oder Frankreich die Nachfrage an größeren Autos höher sei. Manche Argumente gegen die deutschen Hersteller seien nicht das Resultat von umweltfreundlichen Erwägungen, sondern von knallharter Standort- und Industriepolitik. Uwe Röhrig, Inhaber des Hannoveraner Beratungsunternehmens International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de, gab zu bedenken, dass man fairerweise auch über die Kosten neuer umweltschonender Technologien offen sprechen müsse: „Die Automobilhersteller bauen die Autos, die ihre Kunden gern fahren möchten. Und sie müssen das zu bezahlbaren Preisen tun. Zurzeit wird der Eindruck erweckt, als würden die Deutschen für mehr Umweltschutz deutlich höhere Pkw-Preise in Kauf nehmen. Wenn man sich an die Preisschlachten erinnert, die Ende des vergangenen Jahres wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer in unseren Autohäusern angezettelt wurden, kann man daran jedoch zweifeln.“ Wenn die derzeitige Diskussion zu Lasten der hiesigen Autoindustrie gehe, so Röhrig, sei damit niemandem geholfen. Denn Deutschland sei ein Land, das auf Mobilität und die Arbeitsplätze in dieser Industrie zwingend angewiesen sei.
Das österreichische Wirtschaftsblatt http://www.wirtschaftsblatt.at beschreibt die Situation folgendermaßen: „Hybridautos sind heute noch unangenehm teuer. Ein Toyota Prius um knapp 26.700 Euro wieg für kostenbewusste Vielfahrer gleich um einige Tausender schwerer als ein leistungsmäßig vergleichbarer Turbodiesel. Das Klimagewissen breiter Bevölkerungsschichten wird also noch von der Kostenwahrheit eingedämmt, es fehlen auch nennenswerte steuerliche Anreize.“ Außerdem merkten Mercedes, VW oder BMW noch keine Zurückhaltung „beim Kauf von großhubigen Gefährten“. Dies sei die „gelebte Praxis“ – das andere die „Öko-Theorie“.
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