Köln/Berlin - Die Europäische Weltraumagentur ESA http://www.esa.int sucht Nachwuchs. In einer groß angelegten Informationskampagne wirbt die Raumfahrtorganisation derzeit für den Traumjob Astronaut. Denn die ESA muss das Europäische Astronautenkorps verjüngen und im Hinblick auf eine erfolgreiche Durchführung ihrer laufenden und künftigen Programme vergrößern. „Der ideale Bewerber für die Stelle eines europäischen Astronauten sollte auf einem wissenschaftlichen Gebiet wie Lebenswissenschaften, Physik, Chemie oder Medizin beschlagen sein oder Erfahrungen als Ingenieur oder Pilot mitbringen und außerdem herausragende Fähigkeiten in Forschung, Anwendungen oder im Bildungsbereich besitzen, vorzugsweise kombiniert mit betrieblicher Kompetenz“, erklärt Gerhard Thiele, ehemaliger Astronaut und nun Leiter der Europäischen Astronautenabteilung.
Er erwartet europaweit mehr als 10.000 Bewerber, vier werden es am Ende schaffen und möglicherweise an der zu erwartenden Mondmission innerhalb des nächsten Jahrzehnts teilnehmen. „Wir wollen erstklassige Frauen und Männer in Europa finden, mit denen wir die Herausforderungen des ISS-Einsatzes und der bemannten Exploration unseres Sonnensystems im 21. Jahrhundert meistern können“, erklärt der ehemalige Astronaut und heutige Leiter des Europäischen Astronautenzentrums, Michel Tognini. „Ab Mai 2008 wird die ESA in ihren 17 Mitgliedstaaten nach den besten Kandidaten suchen, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.“
Ob es dabei auch wieder eine Frau ins All schafft, ist offen. Die Zahl ihrer Bewerbungen ist weitaus geringer als die der Männer. Doch laut Neuer Zürcher Zeitung http://www.nzz.ch würde die ESA „nach dem Ausscheiden der Französin Claudie Heigneré besonders gerne wieder eine oder mehrere Frauen in ihrem Astronautenkorps“ sehen. Heigneré flog 1996 als erste Französin zur russischen Raumstation MIR. Bodenständiger versuchen viele andere Frauen den bisweilen holprigen Weg in technisch orientierte Berufe, in denen sie eine Minderheit darstellen, zu meistern. Der internationale Girls’ Day http://www.girls-day.de Ende April hat auch in diesem Jahr wieder über 130.000 Mädchen Einblicke in technische und naturwissenschaftlich geprägte Berufe gegeben. Ob Flughäfen, Bundespolizei, weltweit agierende Hightech-Schmieden oder regionale Handwerksbetriebe, die Palette der Möglichkeiten war auch 2008 wieder breit gefächert. Die Beteiligung von Betrieben, Hochschulen und Forschungseinrichtungen stieg in den letzten Jahren kontinuierlich auf über 8.500 Veranstaltungen zum Girls’Day 2008.
Beim Onlinenetzwerk schülerVZ http://www.schuelervz.net in Berlin beispielsweise gab es für 15 Teilnehmerinnen Einblicke in den Berufsalltag einer Medienpädagogin, einer Produkt- sowie einer PR-Managerin. Für 22 Mädchen und Jungen hieß es beim Lasertechnik-Spezialisten LPKF http://www.lpkf.de in Garbsen staunen, fragen und fleißig bauen und löten. „Der Girls’ Day ist ideal, um besonders bei den Mädchen Hemmungen vor technischen Berufen abzubauen. In Deutschland fehlt zunehmend qualifizierter Nachwuchs in diesen Bereichen, obwohl auch Frauen hier Karrierechancen haben und Anerkennung finden können“, so LPKF-Vorstand Bernd Hackmann. Ähnlich bewertet man den Aktionstag beim Balinger Technologiehersteller Bizerba http://www.bizerba.com, der in diesem Jahr acht Schülerinnen zum Girls’ Day zu Gast hatte.
In der Lehrwerkstatt durften die Schülerinnen, die in den Beruf der „Elektronikerin für Geräte und Systeme“ hineinschnupperten, eine elektronische Schaltung in Form eines Drahtschleifenspiels herstellen. Diese Aufgabe war für die meisten eine echte Herausforderung. Doch der Erfolg bewies, dass die Aufgabe lösbar war und Spaß bereitete. „Es ist für uns eine Freude und Bestätigung unserer Arbeit, wenn wir sehen, wie motiviert und interessiert junge Menschen unsere Angebote annehmen. So lässt sich eine neigungsgerechte Berufswahl vorbereiten. Junge Frauen können in technischen Berufen Topleistungen bringen. Bizerba wird auch künftig dabei unterstützen“, resümiert Peter Trogisch, Leiter der technischen Ausbildung bei Bizerba.
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