Informations- und Kommunikationstechnologien verändern Privat- und Berufsleben
Kleine Unternehmen fürchten Missbrauch von Web 2.0-Funktionen
Wiesbaden - In Deutschland prägen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK), allen voran Computer und Internet, immer mehr das Berufs- und Privatleben vieler Menschen. Dies geht aus den aktuellen Ergebnissen der Erhebungen des Statistischen Bundesamtes http://www.destatis.de/ hervor. Der Anteil der Beschäftigten, die regelmäßig während ihrer Arbeitszeit einen Computer nutzen, ist seit Januar 2003 um 14 Prozentpunkte auf rund 60 Prozent im gestiegen. Bei privaten Haushalten ist der Anteil der Personen ab zehn Jahren, die einen Computer nutzen, auf 76 Prozent gestiegen. „Besonders die so genannten Digital Natives verhalten sich zunehmend ökonomischer. Es ist ihnen mittlerweile ins Blut übergegangen, etwa CD-Bestellungen schnell per Internet zu erledigen. Doch auch in der Generation der Digital Immigrants hat sich das Online-Banking stark verbreitet, also die Transaktion mit Daten, die wir gemeinhin der Privatsphäre zuordnen", weiß der IT-Experte Andreas Rebetzky, Director Global Information Technology beim Technologiespezialisten Bizerba http://www.bizerba.de.
Gleichzeitig verändern moderne Informations- und Kommunikationstechnologien die Informationsversorgung der Unternehmen. So verfügen rund 21 Prozent der Computer nutzenden Unternehmen über ein Intranet. Bei 76 Prozent dieser Unternehmen können über das Intranet Arbeitsunterlagen für das Tagesgeschäft heruntergeladen werden, bei 61 Prozent stehen Handbücher, Leitfäden und Schulungsunterlagen zur Verfügung und bei mehr als jedem zweiten Unternehmen werden auf der internen Homepage aktuelle Unternehmensnachrichten veröffentlicht.
Viele kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) hingegen nutzen bislang die Potentiale zahlreicher Funktionen nicht, etwa Hilfe durch E-Logistik oder Lernprogramme mit Online-Elementen. Das geht aus einer Studie des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr http://www.ec-net.de hervor. Der Grund: Besonders kleine Unternehmen ohne eigene Rechtsabteilung weisen erheblichen Informationsbedarf zum Online-Recht sowie Netz- und Informationssicherheit auf. So sehen mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen in der Nutzung von Web 2.0-Diensten eine Gefahr für den Betriebsablauf. Viele Firmenchefs haben Angst vor Imageschäden und scheuen rechtliche Risiken.
Die Unternehmenswelt komme an einer Beschäftigung mit Web 2.0 allerdings nicht herum. Es wirke sich fundamental auf alle Aspekte der Gesellschaft aus, so Duane Nickull, Senior Technology Evangelist bei Adobe im Gespräch mit Golem http://www.golem.de. „Es beeinflusst, wie Menschen ihr Geld ausgeben, wie sie Informationen austauschen und wie in Zukunft gewählt wird. Stellen sie sich beispielsweise vor, dass eine Information, auf die sie innerhalb von zehn Minuten reagieren müssen, weil sie sonst Geld verlieren, jeden im gleichen Moment erreicht. Ein solches Ereignis könnte die Grundfesten der Gesellschaft erschüttern, die Menschen dazu bringen, ihre Arbeitsplätze zu verlassen. So etwas konnte man in der Vergangenheit beispielsweise bei großen Einbrüchen der Aktienmärkte beobachten. Dieses System, in dem Menschen über die gleichen Informationen verfügen, einen Trend erkennen und die gleichen Schlüsse ziehen, erreicht nun das World Wide Web. Jemand, der heute ein Held ist oder gemocht wird, kann am nächsten Tag gehasst werden“.
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