Bonn/Düsseldorf - Stelleninserate sind bald ein Instrument von gestern. Auch Anzeigen in Online-Stellenbörsen werden in Zukunft nicht mehr das gewünschte Echo bringen, da sie nur „kalte Kontakte“ produzieren. In der aktuellen Ausgabe des Trendletter http://www.trendletter.de beschreibt der Wirtschaftsjournalist Axel Gloger, wie Personalrekrutierung bald aussehen wird. Soziale Netze würden die bisherigen Suchverfahren ablösen. Diese sozialen Netze funktionierten nach dem Prinzip der gegenseitigen Empfehlung: „Ich kenne da jemanden, der wiederum jemanden kennt.“ Prototyp der mittlerweile millionenfachen Vernetzung ist Myspace http://www.myspace.de. Dort können Nutzer für ihre Person ein Profil erstellen, das dazu dient, Kontakte zu anderen Myspace-Nutzern zu generieren. Die vornehmlich jüngere Zielgruppe werde täglich interessanter; weltweit habe der in den USA gegründete Dienst bereits 100 Millionen Mitglieder. Auf dem globalen Markt stehe Myspace bereits auf Platz 7 der meistbesuchten Angebote im Netz, stellt Gloger fest.
Die soziale Komponente sei der entscheidende Vorteil dieser Plattform: „Das Prinzip: Deine Freunde sind auch meine Freunde. Jeder Nutzer kann auch auf den Freundeskreis von Dritten zugreifen. Auf diese Weise entstehen in kurzer Zeit weitläufige Beziehungsnetze, die für Unternehmen nutzbar sind. Hier Mitarbeiter zu rekrutieren ist deshalb so interessant, weil so ein junges, internetaffines Publikum angesprochen wird.“ Als weiteren Beleg für den Siegeszug der sozialen Netze im digitalen Raum wertet der Trendletter-Chefredakteur den Open Business Club (OpenBC) http://www.openbc.de, der in Deutschland gegründet wurde und mittlerweile weltweit 1,5 Millionen Mitglieder zählt. Hier könnten Unternehmen insbesondere Young Professionals unter 40 Jahren ansprechen. Auch die Betreiber von Online-Stellenbörsen hätten bereits auf diese Entwicklungen reagiert: „Die früher nur datenbankartigen Stellenmärkte werden abgelöst durch einen neuen Typ. Jobster, H3 und Jobthread folgen bereits dem Prinzip des sozialen Netzes: persönliche Mitgliedschaft, Verknüpfen mit anderen Nutzern, sich interessant machen durch Profile.“
Michael Zondler, Regional Manager Süd beim Beratungshaus Harvey Nash http://www.harveynash.de, bestätigt eine verstärkte Nutzung dieser neuen Foren seit den letzten zwölf Monaten. „Unser Unternehmen nutzt beispielsweise intensiv OpenBC oder LinkedIN, weil man sich hier als Professional positionieren und profilieren kann. Die direkten Kontaktmöglichkeiten eignen sich zur Rekrutierung potentieller neuer Mitarbeiter oder auch als Expertennetzwerk. Allerdings können wir die Einschätzung nicht teilen, dass sich hier nur ein junges und internetaffines Publikum tummelt. Im Gegenteil: Es handelt sich eher um ein breites Publikum, unter dem auch viele Ältere zu finden sind“, so Zondler. „Bei OpenBC treffen sich Professionals aller Skills und Altersgruppen. Es handelt sich um ein ziemlich gutes Spiegelbild unserer Gesellschaft, und gerade dies macht den Reiz aus.“ Auf die traditionelle Anzeigenschaltung in Zeitungen und Zeitschriften verzichte Harvey Nash mittlerweile völlig. Das Stichwort Web2.0 stehe für eine explosionsartige Zunahme der neuen sozialen Netze im digitalen Raum.
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