Neuartiges Beratungsangebot für Tänzer im Raum Frankfurt
Mal schweben, mal wirbeln sie über die Bühne, stets graziös und scheinbar mühelos wirken sie in ihren Bewegungen. Tänzer sind Künstler, die sich über ihren Körper ausdrücken und dazu diesen Körper bis in den kleinsten Muskel beherrschen. Um dabei die Illusion von Leichtigkeit, ja Schwerelosigkeit zu vermitteln, müssen sie ihrem Körper ein hartes Trainingsprogramm zumuten. Denn Tänzer sind bei aller Kunst auch Sportler. Doch das darf man ihnen nicht ansehen - und genau dies unterscheidet Tänzer in der öffentlichen und allzu oft auch in der eigenen Wahrnehmung von Sportlern. Dem Athleten darf man die körperliche Anstrengung ruhig anmerken, schließlich steigert die angespannte Konzentration im Wettkampf die Leistung. Tanz dagegen darf gerne immer virtuoser, immer akrobatischer werden, soll jedoch frei von körperlichen Mühen wirken. Dann verzaubern und begeistern Tänzer durch ihre Kunst.
Um dieser Erwartung gerecht werden zu können, treiben Tänzer regelmäßig Raubbau an ihrem Körper. Sie verlernen oft sehr früh, Müdigkeitserscheinungen des Körpers wahrzunehmen, weil sie im Training immer wieder über ihre körperlichen Grenzen hinweg gehen. Ermüdung ist jedoch ein Signal des Körpers, das eine wichtige Schutzfunktion erfüllt. Zum einen ist Müdigkeit eine der Hauptursachen für Verletzungen. Zum anderen sinkt bei anhaltender Müdigkeit die tänzerische Leistung. Viele Tänzer kompensieren diesen Leistungseinbruch, indem sie ihr Trainingsvolumen weiter steigern und so ihren Körper noch mehr auslaugen und seiner Energie berauben. Der Teufelskreis ist vorprogrammiert.
Erhöhtes Trainingspensum reduziert die Erholungszeit, die Müdigkeit nimmt zu und die tänzerische Leistung sinkt noch weiter. Trainingsfreie Tage sind ein Muss im Wochenplan jedes professionellen Tänzers. Erschreckende Umfrageergebnisse zeigen aber, dass 11 % der Tänzer keinen einzigen trainingsfreien Tag pro Woche haben und 44 % lediglich einen halben bis einen freien Tag pro Woche einplanen. Diesen Teufelskreis gilt es dringend zu durchbrechen, damit die körperliche Leistungsfähigkeit und die Gesundheit der Tänzer lange erhalten bleiben.
Mediziner und Therapeuten können hier beraten, vorbeugend begleiten und rechtzeitig behandeln. Das ist jedoch für Tänzer leider noch keine Normalität. Im Gegensatz zu Hochleistungssportlern, für die medizinische und therapeutische Unterstützung seit langem selbstverständlich ist, werden Tänzer noch immer vor allem als Künstler wahrgenommen. Dabei geraten sowohl der Höchstleistungsaspekt als auch die Regenerationsdringlichkeit leicht aus dem Blickfeld. Tänzer bleiben oft sich selbst, ihrem Erfolgsdruck und dem Erwartungsdruck von außen überlassen. Dem Ziel, diese Situation langfristig zu ändern, hat sich eine Organisation verschrieben, die die Anliegen aus Tanz und Medizin vereint.
Tanzmedizin Deutschland e. V., kurz tamed, setzt sich seit Jahren dafür ein, für die tägliche Realität der Tänzer ein Bewusstsein zu schaffen und die medizinisch-therapeutische Versorgung zu verbessern. Deshalb richtet sich tamed ebenso an die breite Öffentlichkeit wie an die Tanzwelt. Die Organisation, die den Begriff Tanzmedizin geprägt hat, möchte über die Situation von Tänzern aufklären. Oberstes Anliegen von tamed ist die Gesunderhaltung von Tänzerinnen und Tänzern. Erst wenn die enormen Belastungen und Risiken, denen sich Tänzer täglich aussetzen, ihnen selbst und ihrem Publikum bewusst sind, kann ihre Gesundheit frühzeitig und dauerhaft bewahrt werden.
Gemeinsam mit dem Tanzlabor 21 organisiert tamed deshalb im Frankfurter Mousonturm einen Beratungsnachmittag für Tänzerinnen und Tänzer aller Tanzsparten. Ein interdisziplinäres Team aus Tanzmedizinern, Therapeuten und Sportwissenschaftlern berät zu Themen rund um Tanztechnik, Tanzverletzungen und alternative Trainingsmethoden und bietet den Teilnehmern weiterführende Unterstützung und Betreuung an. Der Beratungsnachmittag unter Leitung von Anja Hauschild, Vorstandsmitglied von tamed e. V. und selbst ausgebildete Bühnentänzerin, findet erstmals am 7. September 2011 statt und ist als regelmäßige Veranstaltungsreihe geplant.
Das Engagement von tamed (http://www.tamed.de) reicht jedoch weit über Beratung, Aufklärung und Weiterbildung hinaus. Es umfasst die Organisation des Kongresses für Tanzmedizin und die Betreuung eines Ärzte- und Therapeutennetzwerks ebenso wie die Forschungsförderung und die Kooperation mit internationalen tanzmedizinischen Organisationen. Viele namhafte Tänzer und Pädagogen unterstützen die Arbeit von tamed und sind für dieses größte deutschsprachige Netzwerk für Tanzmedizin aktiv.
Das Tanzlabor_21 / Tanzbasis Frankfurt_Rhein_Main wird realisiert durch das Künstlerhaus Mousonturm mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen im Verbund der Hessischen Theaterakademie.
tamed, Tanzmedizin Deutschland e. V. ist mit knapp 500 Mitgliedern die größte deutschsprachige Organisation für Tanzmedizin. Der gemeinnützige Verein widmet sich der Gesunderhaltung von Tänzerinnen und Tänzern aus klassischen und modernen Tanzrichtungen. Das Engagement von tamed reicht von Beratung, Aufklärung, Weiterbildung über die Organisation des Kongresses für Tanzmedizin, die Betreuung eines Ärzte- und Therapeutennetzwerks bis hin zu Forschungsförderung und der Kooperation mit internationalen tanzmedizinischen Organisationen. Viele namhafte Tänzer und Pädagogen unterstützen die Arbeit von tamed und sind für dieses größte deutschsprachige Netzwerk für Tanzmedizin aktiv. Durch sein vielfältiges Angebot sorgt tamed für den Austausch zwischen Wissenschaftlern, Medizinern und Tänzern und trägt so dazu bei, aktuelle medizinische Erkenntnisse auf den Tanzalltag zu übertragen und die Gesundheit von Tänzern langfristig zu erhalten.
tamed - Tanzmedizin Deutschland e. V.
Sabine Tamm
An der Maitanne 36
64295 Darmstadt
06151 ? 39 17 601
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