§ 7 des Heilmittelwerbegesetzes (HWG) reglementiert Zuwendungen und Werbegeschenke für den Bereich der Medizinprodukte. Welche Produkte sind betroffen? Was ist erlaubt? Was nicht? Das und mehr erfahren Sie in dem folgenden Beitrag der IT-Recht Kanzlei.
I. Vorab: Wortlaut des § 7 HWG
(1) Es ist unzulässig, Zuwendungen und sonstige Werbegaben (Waren oder Leistungen) anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren oder als Angehöriger der Fachkreise anzunehmen, es sei denn, dass
1. es sich bei den Zuwendungen oder Werbegaben um Gegenstände von geringem Wert, die durch eine dauerhafte und deutlich sichtbare Bezeichnung des Werbenden oder des beworbenen Produktes oder beider gekennzeichnet sind, oder um geringwertige Kleinigkeiten handelt;
2. die Zuwendungen oder Werbegaben in
a) einem bestimmten oder auf bestimmte Art zu berechnenden Geldbetrag oder
b) einer bestimmten oder auf bestimmte Art zu berechnenden Menge gleicher Ware gewährt werden;
Zuwendungen oder Werbegaben nach Buchstabe a sind für Arzneimittel unzulässig, soweit sie entgegen den Preisvorschriften gewährt werden, die aufgrund des Arzneimittelgesetzes gelten; Buchstabe b gilt nicht für Arzneimittel, deren Abgabe den Apotheken vorbehalten ist;
3. die Zuwendungen oder Werbegaben nur in handelsüblichem Zubehör zur Ware oder in handelsüblichen Nebenleistungen bestehen; als handelsüblich gilt insbesondere eine im Hinblick auf den Wert der Ware oder Leistung angemessene teilweise oder vollständige Erstattung oder Übernahme von Fahrtkosten für Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs, die im Zusammenhang mit dem Besuch des Geschäftslokals oder des Orts der Erbringung der Leistung aufgewendet werden darf;
4. die Zuwendungen oder Werbegaben in der Erteilung von Auskünften oder Ratschlägen bestehen oder
5. es sich um unentgeltlich an Verbraucherinnen und Verbraucher abzugebende Zeitschriften handelt, die nach ihrer Aufmachung und Ausgestaltung der Kundenwerbung und den Interessen der verteilenden Person dienen, durch einen entsprechenden Aufdruck auf der Titelseite diesen Zweck erkennbar machen und in ihren Herstellungskosten geringwertig sind (Kundenzeitschriften).
Werbegaben für Angehörige der Heilberufe sind unbeschadet des Satzes 1 nur dann zulässig, wenn sie zur Verwendung in der ärztlichen, tierärztlichen oder pharmazeutischen Praxis bestimmt sind. § 47 Abs. 3 des Arzneimittelgesetzes bleibt unberührt.
(2) Absatz 1 gilt nicht für Zuwendungen im Rahmen ausschließlich berufsbezogener wissenschaftlicher Veranstaltungen, sofern diese einen vertretbaren Rahmen nicht überschreiten, insbesondere in bezug auf den wissenschaftlichen Zweck der Veranstaltung von untergeordneter Bedeutung sind und sich nicht auf andere als im Gesundheitswesen tätige Personen erstrecken.
(...)
II. Fragen zu § 7 HWG
1. Für welche Produkte gilt das Verbot von Zugaben und Rabatten?
Nach § 1 Abs. 1 HWG findet das Verbot von Zugaben und Rabatten des § 7 HWG Anwendung auf die Werbung für:
Arzneimittel (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 HWG)
Medizinprodukte (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 a HWG)
sonstige Mittel/Verfahren/Behandlungen/Gegenstände (§ 1 Abs. 1 Nr. 2 HWG)
Exkurs: Unterschied zwischen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Arzneimitteln
Verschreibungspflichtige Arzneimittel bergen gewisse Gefahren und dürfen deshalb nur durch einen Arzt verordnet werden, welcher die Einnahme begleitet und überwacht.
Apothekenpflichtige Arzneimittel erhält man zwar ohne ärztliches Rezept, aber ausschließlich in Apotheken. Grund: Auch diese Medikamente sind nicht gänzlich unbedenklich und der fachlich geschulte Apotheker kann auf Neben- oder Wechselwirkungen hinweisen.
Exkurs Ende
2. Für welche Art von Werbung gilt das Verbot von Zugaben und Rabatten?
Das Verbot von Zugaben und Rabatten des § 7 HWG findet nur im Rahmen von Werbung für ein konkretes Produkt Anwendung (§ 1 Abs. 1 HWG), nicht dahingegen für bloße Imagekampagnen von Unternehmen.
3. Für welche Personen gilt das Verbot von Zugaben und Rabatten?
Das Verbot von Zugaben und Rabatten des § 7 HWG ist auf jeder Vertriebsstufe - egal ob innerhalb oder außerhalb der Fachkreise - anzuwenden.
4. Was genau umfasst das Zuwendungs- und Werbeabgabenverbot des § 7 HWG?
§ 7 Abs. 1 HWG untersagt es, "Zuwendungen [...] anzubieten, anzukündigen oder zu gewähren oder als Angehöriger der Fachkreise anzunehmen", sofern nicht ein Ausnahmetatbestand (siehe unten) eingreift.
§ 7 Abs. 1 HWG gilt aber nicht in folgendem Fall: "Für Zuwendungen im Rahmen ausschließlich berufsbezogener wissenschaftlicher Veranstaltungen, sofern diese einen vertretbaren Rahmen nicht überschreiten, insbesondere in bezug auf den wissenschaftlichen Zweck der Veranstaltung von untergeordneter Bedeutung sind und sich nicht auf andere als im Gesundheitswesen tätige Personen erstrecken." (§ 7 Abs. 2 HWG)
Ferner ist es "unzulässig, für die Entnahme oder sonstige Beschaffung von Blut-, Plasma- oder Gewebespenden zur Herstellung von Blut- und Gewebeprodukten und anderen Produkten zur Anwendung bei Menschen mit der Zahlung einer finanziellen Zuwendung oder Aufwandsentschädigung zu werben." (§ 7 Abs. 3 HWG)
5. Was sind "Zuwendungen" oder "sonstige Werbeabgaben"?
Erfasst von § 7 HWG sind alle "geldwerten Vorteile", die den Absatz von medizinischen Produkten fördern sollen und unentgeltlich gewährt werden.
Entscheidung: Wann ist ein Rabatt eine Zuwendung im Sinne von § 7 Abs. 1 HWG?
Grundsätzlich muss eine Zuwendung unentgeltlich sein, eine vollständige Unentgeltlichkeit muss aber nicht gegeben sein. Vielmehr ist es ausreichend, wenn die Werbegabe nur zum Schein entgeltlich gewährt wird oder gemessen am üblichen Marktpreis nur sehr geringfügiges Entgelt verlangt wird. So wurde ein Preis von 28 % des Originalpreises als unerlaubte Zuwendung eingestuft (OLG Köln, Urteil vom 23.02.2011 - 6 W 2/11).
6. Welche Ausnahmen zum grundsätzlichen Verbot von Zugaben und Werbeabgaben gibt es?
Werbeabgaben und Zuwendungen sind - entgegen § 7 Abs. 1 HWG - in folgenden Fällen erlaubt (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 HWG):
a. Bei Gegenständen von geringem Wert
b. Geldrabatte (Ausnahme: Arzneimittel für die die Arzneimittelpreisverordnung gilt) und Naturalrabatte ("Buy 1 get 2"; Ausnahme: Apothekenpflichtige Arzneimittel) sind in engen Grenzen zulässig
Wann sind Geldrabatte bzw. Naturalrabatte erlaubt?
Geldrabatte sind zulässig für:
Heilmittel, die nicht Arzneimittel sind
Nicht apothekenpflichtige Arzneimittel
Nicht verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige Arzneimittel
Geldrabatte sind nicht zulässig für:
Verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige Arzneimittel
Naturalrabatte sind zulässig für:
Heilmittel, die nicht Arzneimittel sind
Nicht apothekenpflichtige Arzneimittel
Naturalrabatte sind nicht zulässig für:
Apothekenpflichtige Arzneimittel
Ganz unabhängig von dieser Unterscheidung sind Rabatte nur zulässig, wenn sich diese unmittelbar auf das beworbene Medizinprodukt selbst beziehen und nicht, wenn diese für andere Waren eingeräumt werden (OLG Köln, Urteil vom 23.02.2011 - 6 W 2/11).
c. Handelsübliches Zubehör oder handelsübliche Nebenleistungen
d. Zuwendungen bzw. Werbeabgaben in Form von Auskünften oder Ratschlägen
e. Unentgeltliche Kundenzeitschriften an Verbraucher
Achtung Sonderfall "Heilberufe": Unabhängig von den Ausnahmen nach § 7 Abs. 1 S. 1 HWG sind nach § 7 Abs. 1 S. 2 "Werbegaben für Angehörige der Heilberufe [...] nur dann zulässig, wenn sie zur Verwendung in der ärztlichen, tierärztlichen oder pharmazeutischen Praxis bestimmt sind."
7. Welche Sanktionen drohen bei Verstößen?
Verstöße gegen § 7 HWG können als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße belegt werden (§ 15 Abs. 1 Nr. 4, 4 a HWG). Daneben drohen wettbewerbsrechtliche Abmahnungen durch Wettbewerbsverbände oder Mitbewerber.
Die Münchner IT-Recht Kanzlei ist eine Sozietät, die diverse Schutzpakete für Online-Händler anbietet und bereits in den letzten Jahren über 1500 gewerbliche Interentpräsenzen vor Abmahnungen abgesichert hat.
Nutzen auch Sie das Know-How der Münchner IT-Recht Kanzlei, die sich auf das IT-Recht spezialisiert hat, um ihren Mandanten eine professionelle und umfassende juristische Beratung in diesem Bereich sicherstellen zu können.
Den Shop der IT-Recht Kanzlei finden interessierte Händler unter www.it-recht-kanzlei.de
IT-Recht-Kanzlei
Max-Lion Keller
Alter Messeplatz 2
80339 München
m.keller@it-recht-kanzlei.de
089/13014330
http://www.it-recht-kanzlei.de
Online-Broker ActivTrades: Exklusive MQL5-Schulungen fuer Einsteiger
Pressemitteilung veröffentlicht am: 01.06.2012 17:52Uhr Frankfurt am Main / London. Juni 2012 Als einer der wenigen internationalen Broker, der die Trading-Plattform MetaTrader5 für den Live-Handel bereitstellt, biet...
SteelSeries und Major League Gaming stellen Sensei MLG Edition vor
Pressemitteilung veröffentlicht am: 01.06.2012 17:41Uhr Weltweit am besten individualisierbare und schnellste Maus für die Major League Gaming überzeugt mit hochwertigem Premiumsensor, 32-bit ARM-Prozessor und einem ...
Reifen Krieg GmbH stellt auf der Reifen-Messe 2012 aus
Pressemitteilung veröffentlicht am: 01.06.2012 17:27Uhr Der Reifenspezialist für PKW-Reifen und LKW-Reifen stellt auf der Internationalen Reifen-Messe 2012 Halle 2.0 Stand 314 seine Produktportfolio und Service vor.
...
5.000 Euro Kredit ohne Schufa - Kredit1a.de
Veröffentlicht am: 05.01.2012 08:38Uhr Wir von Bavaria Finanz Service können den Kreditkunden ab 01.01.2012 höhere Kreditsummen ohne Schufa anbieten.Diese Angebote finden Sie auf www.kredit1a.de. Un...
Video Bavaria Finanz auf Youtube
Veröffentlicht am: 01.03.2010 10:00Uhr Bavaria Finanz Service veröffentlicht das neue Video auf youtube. ...
Bavaria Finanz Service - Tv Spot - Werbefilm
Veröffentlicht am: 25.02.2010 19:18Uhr Bavaria Finanz Service veröffentlicht heute deren neuen TV Spot. Dieser Werbefilm wird demnächst auf allen Videoportalen, wie youtube etc. veröffentlicht werden...
Kredit Tipp Guenstige Umschuldung von KREDIT1a.de
Veröffentlicht am: 09.05.2007 08:26Uhr Sie haben bereits mehrere Kredite bei verschiedenen Banken laufen. Und auch zusätzlich noch vielleicht eine PKW Finanzierung. Der Überblick über die einzelnen R...
Kredit Tipp guenstige Kredite trotz negativer Schufa
Veröffentlicht am: 09.05.2007 08:32Uhr Sollte man Schufasorgen haben, so ist man bei Kredit1a.de am besten aufgehoben. Die Kreditplattform kredit1a.de bietet neben einer Vielzahl von Standarkrediten ...
Kredit bei negativer Schufa Auskunft
Veröffentlicht am: 20.12.2006 09:46Uhr Oftmals hat man als Kreditantragsteller das Problem, daß die Schufa negativ ist. Eine negative Schufa bedeutet eigentlich immer, daß ein Kreditantrag abgelehnt ...