Die Mechanismen der Industriegesellschaft dürfen nicht auf die Dienstleistungsökonomie übertragen werden - NeueNachricht-Kolumne "Der Dienstleistungsökonom"
Neuss/Bonn, www.ne-na.de - Endlich haben wir wieder positive Wirtschaftsmeldungen. Eine davon habe ich für diese Kolumne herausgepickt: Die Dienstleistungsbranche schafft in Deutschland 450.000 neue Jobs. Die Auftragsbücher sind voll, Investitionen werden getätigt. Der Dienstleistungsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) lieferte die offizielle Bestätigung. Die Konjunktur macht in diesem Sektor im Frühjahr 2007 einen großen Sprung nach vorn, so dass die Geschäftslage so gut ist wie seit 15 Jahren nicht mehr. Ursache hierfür ist unter anderem der Export-Boom, von dem besonders unternehmensbezogene Dienstleistungen profitieren. Außerdem tragen die personenbezogenen Serviceanbieter wie Leasinggesellschaften, private Bildungsanbieter, Kinos und Sportstudios, die Dynamik des Aufschwungs mit. Die Dienstleistungsunternehmen erwarten, dass in diesem Jahr – neben dem boomenden Export – auch die Binnenkonjunktur wieder an Fahrt gewinnt: IT-Dienste, die Werbewirtschaft, Sicherheitsdienstleister, Zeitarbeitsunternehmen und nach Jahren der Jobflaute auch wieder die Verkehrs- und Logistikwirtschaft werden neue Jobs schaffen.
Produktivitätsrevolution in der Industrie ist an ihr Ende gelangt
Die Produktivitätsrevolution in der Industrie ist an ihr Ende gelangt. So florierend und Gewinn bringend sie einst war oder in Spezialmärkten immer noch ist, sie geht mit Riesenschritten der Vergreisung entgegen. Die wirtschaftlichen Prioritäten der Industrieländer müssen in Anlehnung an den jüngst verstorbenen Managementexperten Peter F. Drucker darin bestehen, die Produktivität in den Wissens- und Dienstleistungsbereichen zu erhöhen. Der ökonomische Erfolg Deutschlands hängt nicht mehr in erster Linie davon ab, wie viele Autos Daimler-Chrysler, BMW oder Volkswagen bauen. Der DIHK-Report bestätigt eindrücklich, dass Dienstleistungen ein echter Jobmotor sind. Daher sollten wir alte Industrie-Zöpfe abschneiden und uns anstrengen, damit in naher Zukunft 90 Prozent der Wirtschaftsleistung aus Dienstleistungen resultiert.
Sehr vielen Industriegüterherstellern fehlt es an geeigneten Ideen, um das Kundendienst- und Servicegeschäft zu einer stärkeren Quelle von Umsatz und Ertrag zu entwickeln. Da kann man schnell den Anschluss verlieren und sich abwärts bewegen. Nur wenige Firmen sind in der Lage, in der gesamten Serviceorganisation einheitliche Qualitäts- und Leistungsstandards durchzusetzen. Auch in der Ersatzteillogistik und im Anlagenmanagement werden die Innovationspotentiale moderner Technologien noch zu wenig genutzt. Vor allen Dingen die klassischen Industrieprodukte, die mittlerweile überwiegend im Ausland hergestellt werden, können durch ausgefeilte Dienstleistungskonzepte eine Aufwertung erfahren.
Smarte Produkte führen zu völlig neuen Dienstleistungen und verlängern die Wertschöpfungskette. So können der After-Sales-Service und die Logistikbranche in erheblichem Maße von den Zukunftstechnologien profitieren, etwa bei einer besseren Überwachung für eine vorbeugende Gerätewartung, die zu reduzierten Betriebskosten und Ausfallzeiten führt. Die präventive Wartung optimiert die Betriebsbereitschaft der Produkte. GPS und die rasante Entwicklung von präzisen Navigationsdiensten zeigen bereits jetzt, wohin die Reise geht. Bei der Diebstahlssicherung, Fälschungssicherung, Rückverfolgung und Nachbestellung lassen sich Methoden entwickeln zur Einschätzung und Verrechnung des entstehenden Risikos. Aus der Frühjahrsausgabe der Zeitschrift NeueNachricht. Bestellbutton auf der linken Seite der NeueNachricht-Website http://www.ne-na.de.
Den kompletten Gastbeitrag des Autors Michael Müller lesen Sie unter: http://www.neuenachricht.de/A556D3/NENA/NENA_NEU.nsf/0/CBD8486F264F096BC12573000039D335?OpenDocument
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